Golden City im Lankenauer Höft

Musik, Theater, Stadtdialog und echte Schiffe

2018

Es ist eine Gelegenheit zum richtigen Zeitpunkt: Der magische Ausflugsort Lankenauer Höft stand 2018/19 für eine Zwischennutzung zur Verfügung (gerade, als das Golden City seinen Platz am Europahafen räumen musste).

Hier trafen sich einst Arbeiter und die Hautevolee, um von der Aussichtsterrasse die Stapelläufe auf der AG Weser mitzuerleben.

Von hier fuhren die Malocher mit der Fähre zur Arbeit, und die Gröpelinger kamen herüber, um das Strandleben zu genießen.

Die Golden City-Team machte sich mit neuer Energie ans Werk, um nicht nur das Haus, sondern auch die „Adresse zu reparieren“ und als provisorische Kulturgaststätte zu bespielen,

die an Wochenenden wieder auf direktem Weg mit der Fähre vom Gröpelinger „Pier2“ und dem Molenturm in der Überseestadt zu erreichen war.

Ramona und Ramon nahmen für ihre Filmserie „Pusdorf?! da geht doch was!“ Geschichte(n) vom ehemaligen Pusdorfer Strand, aus Woltmershauser Kneipen, Hinterhöfen und Kreativschmieden ins Visier und verarbeiten sie zusammen mit Musik und Theater zum beliebten „Golden City“-Crossover bei Frikadelle und Bier.

Ramona war inspiriert und schreibt der Pusdorfer Vergangenheit

mit dem „Pusdorfer Aal“ eine absurde Comedy-Geschichte über einen Aal, der durch die Zeiten mäandert, auf den Leib,

die sie mit Ramon in der Rolle als Gisela und Dr. Honke Blöhse zur Eröffnung vorstellte.

Bei der Eröffnungsshow ging Ramon dann „einen heben“! Am Originalplatz des ehemaligen Fährhauses Lankenau tauchte der umtriebige Koberer zur Eröffnung des Golden City in der Weser und suchte nach der ehemaligen Küche von „Mudder Wähmann“, in der sich nach Aussagen von Zeitzeugen angeblich noch eine geheime Kiste befinden sollte. Kryptische Tafeln wurden geborgen, auf denen der „Sitztanz von Mudder Wähmann“ zeichnerisch abgebildet war. So dass das Publikum einfach mitmachen musste.

Beeindruckt von großen Pötten, die direkt vor der Ausflugsterasse gewendet werden, bekamen Ramona & Ramon die Gelegenheit, auf einem solchen Riesendampfer, der „Star Ismene“,

eine „Revierfahrt“ von der Lotsenstelle Bremerhaven bis in den Neustädter Hafen mitzumachen und die Lotsen und den phillippinischen Käptn zu interviewen.

Auch diese Arbeit wurde zu einem Film, der die kommenden drei „Lankenau-Shows“ bereicherte.

Wie jede Saison im Golden City: Die Golden City-Lokalrunde, BandsBandsBands, Disko-Fieber und Shows und Kuchen am Sonntag.

2019

Für 2019 startete das Team erneut eine Crowdfunding-Kampagne und bekam von den Fans 10.000,- Euro für ein Sommerfestival.

Im Februar begann das Projekt „Pusdorfer Träume“, das den Beteiligungsprozess für die Zukunft des Lankenauer Höfts auf die Schippe nahm und kritisch begleitete.

Das Besondere: Die Vorführungen fanden auf einer (echten) Beiratssitzung zum Thema und in der Wagenhalle der örtlichen Tankstelle statt.

Zur Eröffnung 2019 wurde eine Woche vor der Bremischen Bürgerschaftswahl um die „Koalitionsfähigkeit“ gerungen:

Politiker*innen der an einer Regierung möglicherweise zu beteiligenden Parteien entsendeten ein musikalisches Mitglied mit Instrument.

Von den Grünen und der CDU kamen tatsächlich die Spitzenkandidaten mit Gitarre und Kongas. Andere stiegen mit Blockflöte, E-Gitarre und Posaune ein. Alle zusammen spielten mit der Golden City-Band den Song über den „Scheinwerfer“, der bald auf einige von ihnen gerichtet sein würde („Super Trouper“ von ABBA).

Danach stimmt das Publikum ab. Wer ist musikalisch am koalitionsfähigsten? Es gewinnt: Joachim Lohse von den Grünen!

Außerdem wurde rund um das Lankenauer Höft die Boots-Choreografie „Markusplatz“ mit über 20 historischen Booten vorgeführt.

Fotos: Jan Meier, Andreas Wilhelm, Kulturhaus Walle Brodelpott