Mystirio Kanali

Internet-Live-Schaltung zwischen einer Hafenbar in Elefsina (Gr) und Bremen

10. Juni bis 16. Juli 2017
„Golden City“ – Bremen (Deutschland)
„O Fonias“ – Elefsina (Griechenland)

„Lernen von Athen“, dieses Motto der internationalen Kunstausstellung documenta14 hat Frauke Wilhelm zu einem einzigartigen deutsch-griechischen Kulturprojekt inspiriert, das Nachbarn in Europa verbindet – jenseits staatstragender Symbolik und voller Spontanität und Überraschungen.

Das Golden City wurde verdoppelt: Ramona Ariola & Ramon Locker lernten in Athen die Frauenband und Künstlerinnengruppe „Adespotes Skyles“ („Streunende Hündinnen“) kennen. Zusammen mit Schauspieler Adrian Frieling spürten sie eine ähnliche temporäre Hafenbar direkt am Meer in der griechischen Stadt Elefsina auf und gewannen auch die dortige Leiterin des Kulturhauptstadt-Projektes „EUphoria Elefsina 2021“ für ihre Idee: Die Bremer Hafenbar wurde per Internet mit der Bar „O´Fonias“ in Elefsina verbunden. Mystirio Kanali!

Golden City – mystirio kanali
duo Barakia sto Limani me zontani metadosh sthn Elefsina (GR) kai to Bremen (GER) me Tragoudi, Sinomilies kai Theatro’’

Das Publikum im Golden City saß sozusagen Tisch an Tisch mit den Besucher*innen im O´Fonias. Das Team versammelte am Schirm die örtlichen Musikvereine, Stadtentwickler*innen, Gewerkschaften oder Strickgruppen. Es wurde gesungen, gepuschelt und getanzt. Menschen aus Elefsina und Bremen erzählten Geschichte(n) ihrer Stadt, von ihrem Leben, ihrer Arbeit, von ihren Träumen und Sorgen.

Erstmals produzierten Ramona & Ramon über europäische Grenzen hinweg. Besuche der beteiligten Künstler*innen in Elefsina und Bremen bracten viele Gemeinsamkeiten, wunderbare Musik und einen Haufen europäischer Schwierigkeiten zu Tage. Beinahe verirrten sich die Beteiligten im griechisch-deutschen Organisationschaos…

Mit einem großen Spektakel am Europahafen eröffnete das Golden City die fünfte Saison und den “Mystirio Kanali”, und 17 Abende Austausch am Schirm nahmen ihren Anfang.

Aus dem Eröffnungsinfo

Ramon und Eddie haben nach einer Karfreitagsfeier auf dem Peloponnes einen blumengeschmückten, heiligen Rahmen erstanden. Dieser wird, begleitet von der Göttin Evropi (deutsch: „Europa“) in einer feierlichen Prozession per Schiff, im Schlauchboot und zu Fuß zum Golden City gebracht. Mit Blasmusik von „Lauter Blech“, sirenenartigen Gesängen, der Golden City-Liturgie, dem Egon-Orakel und Ramons brandneuen Elysium-Schnaps.

Eine Segnung tut wahrlich Not: Schließlich schifft ganz Europa durch gefährliche Gefilde. Und dann öffnet sich der „Mystirio Kanali“. Erstmals heisst es „Kali spera Bremen. Moin Elefsina!“

Am Schirm ging es um den großen alten Mythos von Demeter und Persephone und den kleinen der Hafenbars rund um Golden City, um Metamorphosen der beiden Städte/Orte Elefsina und Bremen-Walle und den Wandel der Arbeit auf Schiffen und im Hafen, um die Kultur der Kleinasiatischen Minderheit und die Bremer Plattsnacker.

Es trafen sich Fußball- und Heimatvereine, Stadtentwickler*innen, Geflüchtete und Schulbands, es wurden griechische und deutsche Schlager, Chansons und Heimatlieder bei einer gemeinsamen „Lokalrunde“ am Schirm übermittelt, es gab ein Treffen zweier Schulklassen über Kinderspiele und einen deutsch-griechischen Frühschoppen mit persönlich-politischen Reden.

Und am Ende fand an jedem Ort eine gemeinsame Aufführung der beiden Schauspieler*innen-Teams statt, in denen sozusagen das Konzentrat der Erfahrungen und Erkenntnisse in eine künstlerische Form gegossen wird: Eine griechisch-deutsche Hochzeit mit allen Hindernissen und Freuden einer solchen Partnerschaft.

SONY DSC

mit Frauke Wilhelm, Nomena Struß, Ulf Albrecht, Anna Irmgard Jäger, Egon Rammé, Arman Ashkar, Bassam Alatassi, Tatiana, Pitta, Nadia Kavoulakou, Dimitra Gliati, Dimitris Bampilis, Adrian Frieling, Katerina Maoutsou u.a.

Griechischer Partner des Projektes war “ELEUSIS 2021”, eine Kulturorganisation, die unter dem Motto „Transition to EUphoria“ den Prozess der Stadt Elefsina als “Europäische Kulturhauptstadt 2021” begleiten wird und sich Kunst und Kultur als Basis der Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben hat.