Ein Musiktheaterprojekt mit Geflüchteten
Für das Musiktheaterprojekt „Sehnsuchtslieder von der Gegenküste“ oder auch „Golden City goes fremd“! luden die Musikerin Frauke Wilhelm und die Schauspielerin Nomena Struß Musiker*innen aus den Übergangsheimen der Überseestadt zu einem Experiment ein:
Die Idee war, das Repertoire oder den „Sound“ von Golden City – die Lieder über Heimat, Fremde, Sehnsucht (und natürlich Liebe) der 1950er bis 70er Jahre in Deutschland – in einer gemeinsamen Produktion um die Sehnsuchtslieder von der Gegenküste, also arabische, kurdische und persische Lieder aus den Heimatländern der Geflüchteten zu erweitern.
Die Proben fanden auf Arabisch, Farsi, Kurdisch, Englisch und Deutsch statt, begleitet von 2 Dolmetscher*innen, die selbst einen Fluchthintergrund haben.
Wir bewegten uns in verschiedenen Musiksystemen: Europäisch, Arabisch und Persisch. Mit Christen, Muslimen, Bahai und Atheisten.

Es galt, eine Vielfalt an kulturellen, religiösen, weltanschaulichen und ganz alltäglichen Unterschieden während der Proben für eine gemeinsame Aufführung unter einen Hut zu bringen.
Und dabei ganz nah dran an der harten Realität zu arbeiten: Mit Neubremer*innen, deren Aufenthaltsstatus erst noch geklärt werden muss, mit einer Vielzahl an Missverständnissen, Stille Post-Dramen, offenen Wunden und auch mit riesigem Gelächter.
Entstanden ist eine ganz intensive, unter die Haut gehende und doch auch schwungvoll-leichte Produktion, ein Abend, in dem großer arabischer und persischer Pop auf deutschen Schlager trifft, mit Theaterszenen mit wenig Sprache und kurzen Videoclips, in denen die Geflüchteten über das sprechen, was sie bewegt.

Mit Ali Ashkar, Arman Ashkar, Youssif Ashkar, Alan Abdo, Bassam Alatassi, Tamam Almerei, Frederic Drobnjak, Atef
Ranjbar, Amir Houshmand, Nasr Kalaf, Ayman Majzoub, Mohamad Almansour, Nomena Struß, Frauke Wilhelm, Leitung
und Musikregie: Frauke Wilhelm, Theaterregie: Nomena Struß





Hier bekommen Ramona und Ramon ein tolles Ständchen im Backstage. Irgendein Song auf Farsi, umgedichtet für „Ferauke“ und „Nomina“.
Fotos: Andreas Wilhelm, Jan Meier
